1. Juli 2025. Es bricht bereits der letzte Tag meiner Tour an. Bisher habe ich mich mit den Auswirkungen des Klimawandels beschäftigt. Doch auch das, was wir tun, um den Klimawandel einzudämmen, prägt die Landschaft. Wenn wir unsere Stromproduktion im Sinne der Dekarbonisierung auf den Kopf stellen, entstehen in den Alpen neue Energielandschaften.
Zwischen Martigny und dem Grossen Sankt Bernhard stosse ich auf eine solche alpine Energielandschaft – mit Windrädern, Solaranlagen und Talsperren. Schön sind sie nicht. Aber notwendig sind sie trotzdem. Denn wenn mir in den letzten Tagen eines klar wurde, dann, dass «Vorbeugen ist besser als nachträglich reparieren» auch für die Auswirkungen des Klimawandels gilt.
Und was bleibt sonst, nach 4.5 Tagen, 415 Kilometern und fast 11’000 Höhenmetern quer durch den Kanton Wallis? Nun, der Klimawandel ist nirgends so richtig – und doch überall. Ob bei Waldbränden, Bergstürzen oder anderen Ereignissen: Das Klima ist und bleibt stets nur einer von vielen Einflussfaktoren. Und gleichzeitig erlebt die Schweiz schon wieder einen Sommer der Extreme. Also benennen wir die Dinge doch einfach so, wie sie sind.
Der Klimawandel ist auch in der Schweiz angekommen. Nach einigen Tagen der bewussten Auseinandersetzung ist mir klar: Auch wenn sie nur selten dingfest gemacht werden können, sind die Veränderungen allgegenwärtig. Doch gerade diese Allgegenwärtigkeit macht mir auch Hoffnung. Denn so zahlreich die Auswirkungen, so zahlreich sind auch die Hebel, die wir betätigen können, um uns anzupassen und den sozioökologischen Wandel voranzutreiben.



